Donnerstag, 6. November 2014
Kennt ihr das? Hosen kaufen.
Klar kennt ihr das, wir alle brauchen ab und zu eine neue Hose. Männer nicht so oft aber manchmal sehen auch wir ein, dass es Zeit wird, die löchrige Lieblingsjeans auszutauschen. Am besten ist es aber wenn ihr euch diesem Abenteuer nicht alleine stellt. Wir haben oft nicht wirklich einen Blick dafür, was wir tragen sollten und so passiert es schnell, dass eine Jeans sitzt wie ein Sack oder wie ´ne Leggins. Das wollen wir nicht und- glaubt mir- alle anderen noch viel weniger. Sucht euch einen Kollegen/Kollegin, der/die nicht rum rennt, wie ein Möchtegern Stylo und nehmt ihn mit. Gegen ein paar Bier danach als Entlohnung ist natürlich nichts einzuwenden, vielleicht wird es auch dringend nötig sein. Wenn euch folgende Option zur Verfügung steht, nutzt auf jeden Fall: die Freundin als Berater! Keine wird euch besser beraten, vorausgesetzt sie hat einen anständigen Geschmack. Und vorausgesetzt, dass sie nicht die Einzige ist, die das auch so sieht. Im Normalfall kann sie euch genau sagen, was ihr tragen könnt, denn sie ist diejenige, die es wohl am meisten zu schätzen weiß, mit einem anständig angezogenem Mann an ihrer Seite rumzulaufen. Sind wir fair- eure Kollegen könnten euch verführen irgendein Mist zu kaufen, weil sie es lustig finden. Was es wohl auch wäre, denn eure Kollegen sind schon ein Haufen lustiger Kerle!
Nachdem ihr eure Begleitung erwählt habt und einen Ort zum Einkaufen angepeilt geht es los. Es wäre zu leicht direkt im ersten Laden etwas zu finden. Stellt euch auf eine lange Suche ein. Bringt euch ggfs etwas zu trinken mit, aber übertreibt nicht- "Betrunken einkaufen gefährdet Sie und die Menschen in Ihrer Umgebung", weiß man spätestens, wenn man vor einem Bill Cosby Pullover steht und sich fragt, ob man den echt kaufen soll, weil es ja lustig wäre, den anzuziehen und sich das Gesicht schwarz anzumalen. Klar wäre es lustig! Aber verliert das Ziel nicht aus den Augen.
Ok, im ersten Laden sucht ihr eine Hose, die euch passen könnte. Versucht bitte Stoffe, die irgendwie leicht glitzern oder Nieten haben, zu vermeiden. Ebenso wie skurrile Motive auf der Hose oder eine absurde Anzahl an Löchern. Ich zitiere gerne einen Freund an dieser Stelle: "Dafür gibst du Geld aus?! Die ist ja schon kaputt!" Und wisst ihr was? Der gute Mann hat recht. Style schön und gut, aber die Hose sollte vielleicht doch den Großteil des Unterkörpers bedecken. Mit ein paar entsprechenden Modellen sucht ihr die Umkleide auf. Nachdem ihr euch natürlich unendlich verschätzt habt, stellt ihr fest, dass ihr nicht mal bis zu eurem Hintern komm, geschweige denn dieses lächerlich enge Stück Stoff zu schließen. Missmutig tretet ihr aus der Umkleide und berichtet eurem Kollegen über dieses Ereignis. Nachdem auch er mit seinem Unterarm bereits im Hosenbein stecken blieb, laut lachte und "Lauchtastisch!" schrie macht ihr euch gemeinsam daran euch zu fragen wer solche Hosen tragen soll. Ihr kommt zu dem Schluss, dass das wohl 2 Meter große Typen sind, die aber nur 40 Kilo wiegen und einfach lächerlich aussehen mit ihren spinnenartigen Extremitäten. Genau jetzt tritt solch ein Typ aus der Kabine neben euch, mit der Hose an die ihr auch in der Hand haltet und ... sie passt! Laut prustend schreit euer Freund: "Da! Siehst du? Habe ich doch gesagt: ein Lauch!" Ohne ein Wort zu erwidern, wird dieser sich wohl davon schleichen, denn er weiß, dass ihr Recht habt. Die Beratung durch einen Freund kommt euch irgendwann so vor, als sei dieser nur dabei um euch zu verarschen und zu lachen. "Professionelle Beratung" ist jedoch auch nicht von irgendwelchen Verkäufern zu erwarten. Die meisten denken ihr wollt aussehen, wie man heutzutage "cool" aussieht. Genau. Ist ja nicht so, dass alle Schluppies, die ihr so hasst, dieselbe Frisur haben und eh dasselbe Zeug tragen. NEEEEIN! Ihr wollt ja zeigen, dass ihr nicht so ein Low-Brainer seid, der am Hauptbahnhof gegen Säulen tritt, laut schlechte Handymusik hört oder mit 10 Freunden einfach am Bahnhof sitzt, um sich aus unmöglichen Gründen toll zu fühlen. Also: keine Beratung!
Nachdem ihr euch an eure Größe rangetastet habt und nun einsehen müsst, dass ihr die Hose so oder so kürzen lassen müsst, seht ihr das Ziel schon vor dem inneren Auge. Im Endeffekt nehmt ihr wohl eine ganz normale Jeans, ohne Nieten, Glitzer, Löcher etc. pp. Danke dafür! Ihr erspart euch wirklich viel Hohn damit. Der Kampf war lang und sinnlos, denn- sind wir ehrlich- ihr tragt doch eh eure Lieblingshose, bis sie euch von den Knochen fällt. Aber ein Ersatz ist zumindest schon mal angeschafft und wenn dieser vom Kürzen beim Schneider zurück ist, heißt es "Awwww yeah, ich habe eine andere Hose, die eigentlich so aussieht wie meine Hosen immer aussehen". Kein Mensch wird eure neue Hose zu schätzen wissen, da niemand euch andauern auf die Hose schaut und daher auch nicht weiß, wenn eine neue Hose euren Unterkörper ziert.

Nun gut, es ist überstanden, eine neue Hose liegt im Schrank. Ich bin stolz auf euch und eure Stärke auch diese Herausforderung angenommen und praktisch in der Luft zerrissen zu haben. Weiter so!

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Sonntag, 2. November 2014
Kennt ihr das? Aufstehen *gähn*
Kennt ihr das? Der Wecker geht und reißt euch aus dem Schlaf. Orientierungslos tastet ihr nach dem klingelnden Verräter. Gefühlte fünf Minuten später habt ihr ihn und slided vier bis fünf Mal hin und her auf dem Handy, ehe das Teil auch wirklich ausgeht. Beim Weglegen fällt es wahrscheinlich runter und landet voll auf dem Display. Schwein gehabt, dass die Handys stabil gebaut sind diese Tage und es schon Tausende Stürze irgendwie überlebt habt. Ihr werdet euch langsam bewusst, dass ihr langsam doch aufstehen solltet, um noch rechtzeitig loszukommen und ihr tastet euch durch die Dunkelheit auf der Suche nach dem Lichtschalter der kleinen Lampe neben eurem Bett. Ein paar Versuche später ist es, als ob jemand euch direkt in die Sonne geschossen hat, denn das Licht versengt euch praktisch die Netzhäute. Euch entfährt unwillkürlich euer Lieblingsschimpfwort und ihr werft euch in die Kissen. Blinzelnd wagt man sich dann nach und nach sich dem Licht zu stellen. Ihr steht auf, schaut raus und denkt: "...Ja! Genau! Es war so klar ...". Was genau euch zu dieser Aussage bewegt, wissen wir alle: Es ist verdammt früh und natürlich regnet es mal wieder. Klar haben wir in Deutschland tatsächlich mehr Regentage als London, aber es kommt einem doch so vor als hätten wir mehr verregnete Tage als der Regenwald. Besserung in Sicht? Nein, tut mir leid. Wenn ihr so ein Morgenmuffel seid wie ich, wird es für euch immer regnen. Metaphorisch oder halt auch nicht.
Nach dem Hürdenlauf durch eure Wohnung und dem einen oder anderen Zusammenstoß findet ihr schlussendlich das Bad. Ihr steht also vor dem Spiegel mit diesem "Keine-Lust-auf-diesen-Tag-Gesicht" und fangt mit eurem Hygieneprogramm an - wahrscheinlich schneidet ihr euch beim Rasieren oder stoßt euch einen Zeh. Da gibt es zwei Lösungen: Entweder ihr gehört zu den Menschen, die sich laut fluchend den schmerzenden Zeh halten (die Ladys fangen ggfs an zu wimmern oder weinen) oder ihr seid so müde, dass ihr es zwar wahrnehmt, es euch aber irgendwie egal ist. Ihr schnaubt, bekommt noch weniger Lust auf den Tag und fangt an euch anzuziehen. Irgendwie findet ihr im Schrank nicht das Shirt, das ihr tragen wollt und eure Socken passen wieder mal nicht zusammen. Aber mal ehrlich, wen juckt es? Sieht doch eh keiner. Die nächste Herausforderung erwartet euch: Zieh-dir-deine-Hose-an-ohne-dabei-umzufallen! Haltet ihr euch klassisch fest oder macht ihr es wie ich und balanciert lieber auf einem Bein? No risk no fun meine ich. Wie dem auch sei, ihr schafft es, früher oder später, euch in die Hose zu schlingeln und stellt fest "Puh sitzt ganz schön eng das Teil". Ihr greift in die Taschen und findet 100.000 Schnipsel von ... irgendwas, was in der Hose war, als ihr sie gewaschen habt. Achtung Geheimtipp: Leert den Spaß draußen erst aus, indem ihr die Taschen ein Mal auf links dreht. Genial! Morgen, ich würde sagen damit steht es so 6:1 für dich, aber meine Ehre ist gerettet.
Aber soweit, dass ihr rausgeht, seid ihr noch nicht. Ihr könntet natürlich den ganzen Tag gar nichts essen, um abends wie eine Schlange Unmengen zu futtern. Ok, immerhin esst ihr dann auch nur einmal am Tag also ist das wohl in Ordnung. Ihr könntet euch auch direkt einen Energydrink geben und förmlich spüren, wie die Süße euer Zähne putzen zunichtemacht und dabei wahrscheinlich noch ekelig schmeckt. Letzte Option: Ihr seid wie ich und müsst was essen, braucht dafür aber 30 Minuten, die von eurem Schlaf abgehen und irgendwie ärgert euch das jeden Morgen. Aber was soll´s, man tut ... und so weiter. Eine halbe Stunde also irgendwas reinwürgen auf das man eigentlich keinen Hunger hat, aber man weiß, dass wenn man raus geht, ohne was zu essen, einem nach spätestens zwei Stunden echt übel wird und der Magen sich anfühlt als würde er sich selbst verdauen.

Aber ihr seid Überlebenskünstler und schafft diesen ganzen Kram irgendwie jeden Tag, stürzt euch ins Getümmel. Wir alle wissen, dass das Schlimmste erst noch kommt. Aber hey- denkt nicht dran. Das Aufstehen ist überstanden.

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Mittwoch, 29. Oktober 2014
Kennt ihr das? Einkaufen ... wie nervig!
Kennt ihr das? Einkaufen ... wie nervig!

Es steht immer wieder an: einkaufen. Klar, wenn man ein Auto hat, dann dürfte einem das nicht so viel ausmachen. ABER wenn man keins hat, wird die Jagd nach Essbarem oft zum Abenteuer. Anfangen tut alles schon zuhause. Ihr schnappt euch euren größten Rucksack und packt eure 100.000 Pfandflaschen in Taschen. Das ist nicht schwer, sieht aber so aus. Noch ist alles ok. Na dann, eine Liste brauchen wir nicht- alles gemerkt, klar. Also los dann! Gehen wir mal davon aus, dass es nicht regnet, im Normalfall wäre es wohl aber so. Mittlerweile bin ich nur davon schon so genervt, dass ich alles wieder abstelle und mich ins Bett lege. Also: gutes Wetter, gute Laune, und Abmarsch!
Den kilometerlangen Weg legt ihr schon leicht gestresst zurück, weil ihr euch einfach Besseres vorstellen, könnt als Zeit mit rumrennen zu vertrödeln. Irgendwann kommt ihr dann endlich an, ausgelaugt als wäret ihr durch die Sahara gepilgert und habt nun die rettende Oase erreicht. Schritt 1: geschafft! Schritt 2: Greif dir einen Einkaufswagen! ... War klar ... Chip vergessen und von Kleingeld auch keine Spur. Lediglich ein leises Rauschen kommt aus der Brieftasche, oder ist es das Geräusch, dass diese runden Büsche machen, wenn sie durch die Prärie rollen? Ich fürchte Letzteres. Nach ewigem Gekrame in den kleinen Taschen und Fächern an eurem Rucksack stellt ihr fest: Ja! 50 Cent! Das reicht grade so um einen Wagen aus seinem Gefängnis zu befreien und ihn mit auf eure Odyssee zu nehmen. Erstmal Pfand abgeben, die Schlange ist natürlich übertrieben lang, so als hätten sich heute alle gedacht "bringe ich mal den Pfand der letzten 4 Jahre weg". Ok, wir bilden da keine Ausnahme, dennoch regen uns die anderen echt auf. Diese Tölpel! Irgendwann sind wir dann aber dran und schieben Flasche für Flasche in den übel riechenden Schlund der Maschine. Ein paar Ausreißer gibt es immer, gefühlte 100 Flaschen können gar nicht oder erst nach mehrmaligem Versuchen vom Automaten angenommen werden. Die die immer noch nicht wollen, schrauben wir auf und pusten rein, um auch den letzten Knick aus dem Plastik zu drücken und den reichen Lohn dafür zu erhalten. 10,00 Euro Pfand, nett! Eure Laune bessert sich schon ein wenig. Das ändert sich schlagartig, wenn ihr durch die Höllenpforte tretet. Ich finde ja man sollte diesen berühmten Satz, der auf dem Höllentor steht, über jeden Eingang eines Supermarkts schreiben "Die die ihr hier eintretet, lasset alle Hoffnung fahren!" Jo, danke Dante Alighieri, das trifft es so ziemlich, fehlt nur noch Minos der Torwächter zu den Kreisen der Hölle.
Eure Bemühungen nach Essbarem zu fahnden wird auf den ersten Schritten bereits unterbrochen durch Leute, die wohl professionelle Im-Weg-Steher sind. Ich schwöre es euch so etwas gibt es. Wir kennen sie doch alle. An denen vorbei geschlängelt, ohne das, wer auch nur einen Schritt platz gemacht hätte, können wir dann endlich beginnen. Schnell haben wir eigentlich alles im Wagen, was wir wollten, klar, die Hälfte vergessen wir, weil wir keinen Zettel brauchten oder einen geschrieben haben der aber zuhause liegt, aber irgendwas Essbares hat dennoch den Weg in den Wagen gefunden. Die letzten Sachen stellen uns wieder vor eine Herausforderung: Rentner, soweit das Auge reicht. Stehen vor so ziemlich allem. Sie anzusehen bringt nichts, man wird ignoriert, erst wenn man etwas lauter auf sich aufmerksam macht, gehen die Regalblockierer aus dem Weg. Ein paar böse Blicke fängt man sich ein: Man hat ja die Konversation über Krankheiten unterbrochen. Egal, alles Drin! Raus hier! Die Kassen waren zwar die ganze Zeit leer, aber jetzt steht dort eine Menschenmenge, die jeglicher Beschreibung einfach nur spottet. Genervt stellt ihr euch an. Es kommt einem so vor, als hätten alle Muttis der Welt ihre Wocheneinkäufe grade eben gemacht. Im Halbschlaf kommt ihr dann irgendwann an der Kasse an, wo man euch per EC-Gerät überfällt und einen Wahnsinns-Betrag für so wenig Essen abnimmt. Nachdem alles a-la-Tetris verstaut ist, stellt ihr fest: "Scheiße, ist das schwer!" Den Rucksack auf dem Rücken und in jeder Hand zwei Taschen, alles voller als Charlie Harper zu seinen besten Zeiten. Mit dem Bauch schiebt ihr den Wagen zurück in sein Gefängnis und begebt euch auf die gefühlte Erdumrundung nach Hause. Spätestens jetzt regnet es. Die Wolken formen einen gigantischen Mittelfinger ...
Ihr wollt euch eigentlich schnell bewegen, damit nicht alles nass wird, aber es ist so schwer, dass Schnelligkeit nun grade wirklich keine Option ist. Alle paar Meter stellt ihr die Tüten ab und ballt die Fäuste um das einschneidende Gefühl los zu werden. Hilft ja alles nichts- weiter. Unterwegs bemerkt ihr, dass ihr eine SMS bekommen habt, ein Kollege ist im Auto an euch vorbeigefahren und lässt euch wissen "Hab dich gesehen. Was schleppst du da soviel du Trottel?" DANKE, ich wollte nicht mitgenommen werden und mir die Qualen ersparen- Achtung Sarkasmus!
So eine Stunde später kommt ihr heim und stellt alles ab. Durchgeschwitzt bis zum geht nicht mehr und stinkend wie ein Profi-Boxer fallt ihr den Tüten direkt hinterher und bleibt auf dem Boden liegen. Ein paar Minuten später rafft ihr euch auf und fangt an alles in den Kühlschrank zu räumen. Ein letztes Mal Tetris und es ist geschafft! Das spornt an! Alles verstaut, nass aber glücklich beendet ihr auch dieses Abenteuer des Alltags. Wenn ich endlich den Mist nicht mehr schleppen muss, fahre ich glaube ich für jeden kleinen Mist los nur um es zu zelebrieren nicht mehr laufen zu müssen und bemitleide die armen Schweine, die sich immer noch den Arsch abschleppen.

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